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Truck & Trailer Welt

Stagnation auf hohem Niveau: Laut aktuellem TÜV-Report 2026 weisen mehr als 20 Prozent aller geprüften Nutzfahrzeuge bei der HU erhebliche Mängel auf.
Bild: KI-generierte Illustration

TÜV-Report: Jedes 5. Nutzfahrzeug fällt durch

Die Mängelquote bei deutschen Nutzfahrzeugen verharrt auf einem hohen Niveau. Gut jedes fünfte Fahrzeug (20,3 Prozent) ist in den vergangenen zwei Jahren bei der Hauptuntersuchung (HU) durchgefallen. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen TÜV-Reports Nutzfahrzeuge 2026.

Für den Bericht werteten die Prüforganisationen rund 2,4 Millionen Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 aus.

Schwere LKW bilden das Schlusslicht

Schwere LKW über 18 Tonnen weisen mit 21,8 Prozent die höchste Mängelquote auf. Wegen der schwachen Konjunktur und Unsicherheiten bei der Antriebswende behalten viele Speditionen ihre Fahrzeuge länger im Bestand. Das Durchschnittsalter stieg laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf 8,9 Jahre. Mit dem Alter wächst auch der Verschleiß: Bei zehn Jahre alten Schwergewichten liegt die Durchfallquote sogar bei 28,5 Prozent.

Die typischen Schwachstellen bei der HU sind:
• Beleuchtung: Defekte am Abblendlicht und den Rückleuchten treten besonders häufig auf.
• Flüssigkeiten: Ölfeuchte und massiver Ölverlust nehmen mit dem Alter drastisch zu.
• Fahrwerk: Schäden an den Achsaufhängungen gefährden die Fahrstabilität.
• Leichte Transporter bis 3,5 Tonnen schneiden mit 21,5 Prozent kaum besser ab. Sie werden im harten Kurier- und Handwerkeralltag extrem stark beansprucht. Am besten schneiden mittelschwere LKW zwischen 7,5 und 18 Tonnen ab. Ihre Mängelquote liegt bei nur 16,3 Prozent. Diese Fahrzeuge haben oft feste Fahrer und kehren täglich in ihr Depot zurück.

Elektro-Transporter zeigen Licht und Schatten

Erstmals listet der Report drei Elektro-Transporter in der Klasse bis 3,5 Tonnen auf. Die Ergebnisse fallen extrem unterschiedlich aus:

• Peugeot E-Expert: Belegt bei den jungen Gebrauchten (1 bis 2 Jahre) einen guten fünften Platz (Mängelquote: 8,4 Prozent).
• Mercedes E-Vito: Enttäuscht mit 19,7 Prozent Mängeln und landet auf dem vorletzten Platz. Häufige Probleme sind die Feststellbremse, die Antriebswellen und das Licht.
• Streetscooter: Der mittlerweile eingestellte E-Pionier bildet bei den 3 bis 4 Jahre alten Fahrzeugen mit 26,4 Prozent das absolute Schlusslicht.

Chinesischer Transporter Maxus wird zum Sorgenkind

Zum ersten Mal floss ein Fahrzeug aus chinesischer Produktion in die Wertung ein. Der Maxus Deliver 9 des Konzerns SAIC Motors enttäuschte auf ganzer Linie. Gut jeder dritte Transporter (33,6 Prozent) fällt bereits bei der ersten HU nach ein bis zwei Jahren durch. Besonders kritisch bewerten die Prüfer die überdurchschnittlich vielen Mängel an der Bremsanlage und der Beleuchtung. Zudem gab es deutliche Beanstandungen bei der Abgasuntersuchung.

Antriebswende nimmt trotz Hürden an Fahrt auf

Trotz der Mängel an einzelnen Modellen wächst der Markt für E-Nutzfahrzeuge. Von Januar bis Juli 2026 lag der Anteil reiner Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen bei 13 Prozent (Vorjahreszeitraum: 8,7 Prozent). Um den Umstieg zu beschleunigen, fordert der TÜV-Verband verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Megawatt-Lader sowie eine Verlängerung der Mautbefreiung für E-LKW über das Jahr 2031 hinaus.

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