Fahrerinnen und Fahrer suchen oft eine Stunde oder länger einen Stellplatz.
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DEKRA: hoher Druck bei LKW-Parkplatzsuche
Lange Suchzeiten, gefährliche Ausweichmanöver und zunehmende Kriminalität machen Berufskraftfahrerinnen und -fahrern zu schaffen. Eine Befragung für den DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2026 „Arbeitsplatz Straßenverkehr“ unter rund 100 Fahrprofis zeigt eklatante Missstände auf europäischen Rastplätzen.
Stundenlange Suche nach dem Feierabend
Wenn die gesetzliche Lenkzeit endet, beginnt für viele LKW-Fahrer der eigentliche Stress. Laut der DEKRA-Befragung dauert die Suche nach einem geeigneten Stellplatz oft sehr lang:
• 43 % der Befragten benötigen im Schnitt 30 bis 60 Minuten.
• 24 % der Fahrer suchen sogar länger als eine Stunde nach einem freien Platz.
Besonders dramatisch spitzt sich die Lage täglich zwischen 15:00 und 17:00 Uhr zu.
Deutschland gilt unter den Befragten als das Land, in dem es am schwersten ist, einen freien LKW-Parkplatz zu ergattern. Zu wenige Flächen und von PKW blockierte LKW-Spuren verschärfen das Dilemma. Um überhaupt einen Stellplatz zu finden, nimmt mehr als die Hälfte der Befragten regelmäßig über 20 Kilometer Umweg in Kauf.
Illegales Parken als Unfallrisiko
Wer keinen regulären Parkplatz findet, gerät in einen schweren Konflikt mit den gesetzlichen Ruhezeiten. Die Folge: LKW werden notgedrungen auf Zu- und Abfahrten oder auf dem Standstreifen abgestellt.
„Die LKW werden dann aus Parkplatzmangel auf Zu- und Abfahrten oder Standstreifen abgestellt – und werden damit selbst zum Unfallrisiko“, warnt DEKRA-Unfallforscher Luis Ancona. Fast zwei Drittel der Fahrerinnen und Fahrer mussten laut Befragung schon mehrfach an solchen gefährlichen Orten stehen.
Angsträume Rastplatz: Kriminalität und schlechte Bedingungen
Neben dem Parkplatzmangel bereitet die Sicherheitslage große Sorgen. 60 % der Befragten sehen die fehlende Videoüberwachung als größtes Risiko, gefolgt von schlechter Beleuchtung. Rund die Hälfte meidet bestimmte Rastplätze bewusst aus Angst vor:
• Fahrzeugaufbrüchen und Ladungsdiebstahl
• Vandalismus
• Körperlichen Übergriffen durch organisierte Banden
Auch der Zustand der sanitären Anlagen sorgt für Frust. Neben mangelhafter Hygiene stoßen die hohen Kosten auf Unmut. Zehn Euro für eine Dusche oder bis zu 25 Euro Parkgebühr pro Nacht werden als unfair empfunden – insbesondere das in Deutschland verbreitete Modell, bei dem Parkgebühren an einen Mindestverzehr in der Raststätte gekoppelt sind.
Digitale Helfer und der Wunsch nach Respekt
Um den Parkplatz-Wahnsinn zu bewältigen, nutzen rund zwei Drittel der Fahrer mittlerweile Apps zur Stellplatzsuche. Doch digitale Tools allein lösen das Problem nicht. Die Befragten fordern ein grundlegend verbessertes Arbeitsumfeld: Dazu gehören saubere Sanitäranlagen, mehr Sicherheit durch Kontrollen, gesellschaftlicher Respekt sowie eine bessere Bezahlung.