Jährlich setzt MAN Truck & Bus rund 4.000 Nutzfahrzeuge im Kommunal- und Feuerwehrsegment ab.
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MAN: E-LKW erobern Kommunaldienst
Der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus treibt die Elektrifizierung von Städten und Gemeinden voran. Ob Müllabfuhr, Winterdienst oder Feuerwehr – dank leistungsstarker Nebenabtriebe und der EU-Beschaffungsrichtlinie Clean Vehicles Directive (CVD) sind emissionsfreie Kommunalfahrzeuge endgültig im Alltag angekommen.
Die Elektromobilität ist im kommunalen Sektor der Pilotphase entwachsen. Jährlich setzt MAN Truck & Bus rund 4.000 Nutzfahrzeuge im Kommunal- und Feuerwehrsegment ab. In den europäischen Kernmärkten hält der Hersteller bei Feuerwehrfahrzeugen einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Nun gelingt auch bei schweren Arbeitsmaschinen der Durchbruch: Typische kommunale Einsatzprofile mit hohem Stop-and-Go-Anteil und exakt planbaren Routen bieten ideale Voraussetzungen für batterieelektrische Antriebe.
Effizienter Stop-and-Go-Betrieb in der Praxis
Wie reibungslos der Umstieg funktioniert, zeigt das Beispiel der österreichischen Stadt Judenburg. Dort arbeitet seit Ende 2025 ein vollelektrischer MAN-Heckmüllsammler im täglichen Dienst. Der kontinuierliche Antrieb der Müllschüttung im Stop-and-Go-Verkehr ist extrem energieintensiv. Dennoch überzeugt das Fahrzeug im harten Arbeitsalltag:
• Reichweite: Je nach Topografie werden Tagestouren von 120 bis zu 180 Kilometern absolviert.
• Ladevolumen: Der eTruck leert pro Tour bis zu 800 Mülltonnen.
• Energieverbrauch: Der Verbrauch bewegt sich stabil zwischen 1,6 und 2 kWh pro Kilometer.
• Nachhaltigkeit: Die Stadtwerke Judenburg laden den LKW mit selbst erzeugtem Strom aus regionaler Wasserkraft und Photovoltaik, was die Betriebskosten drastisch senkt.
Auch die Bundeshauptstadt Wien setzt in der Abfallwirtschaft auf eine wachsende Flotte aus elektrischen Müllsammlern und Abrollkippern. Parallel dazu integriert die Österreichische Post AG erste MAN eTGS-Modelle in ihren Logistikzentren.
Starke Schnittstellen für spezialisierte Aufbauhersteller
Ein Knackpunkt bei kommunalen Nutzfahrzeugen ist die Energieversorgung des Aufbaus. MAN arbeitet hierzu eng mit 30 bis 40 spezialisierten Aufbauherstellern zusammen. Die eTrucks verfügen über hocheffiziente Hochvoltschnittstellen und elektrische Nebenabtriebe (ePTO), die bis zu 90 kW Gleichstromleistung bereitstellen. Damit lassen sich auch komplexe Hydrauliksysteme von Müllpressen, Kränen oder Streuaggregaten vollständig elektrisch betreiben. Die dafür notwendigen zyklenfesten Hochvoltbatterien entwickelt und fertigt MAN im eigenen Werk in Nürnberg.
Druck durch EU-Richtlinie
Der Markthochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge wird durch gesetzliche Vorgaben massiv beschleunigt. Die EU-weit gültige Clean Vehicles Directive (CVD) verpflichtet öffentliche Auftraggeber bei Ausschreibungen zur Einhaltung strenger Umweltquoten. 2026 gelten verschärfte Mindestanteile: Bei schweren Nutzfahrzeugen müssen mindestens 15 Prozent der Neubeschaffungen „sauber“ sein, bei Stadtbussen sind es sogar 65 Prozent.
„Elektromobilität im kommunalen Bereich ist eine praxistaugliche Lösung für den Alltag“, betont Friedrich Baumann, Vorstand Sales und Customer Solutions bei MAN Truck & Bus. Neben der Erfüllung der CVD-Quoten profitieren Kommunen von sinkenden Wartungskosten und einer erheblichen Lärmreduzierung in Wohngebieten bei nächtlichen oder frühmorgendlichen Einsätzen.