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Truck & Trailer Welt

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (Mitte) tauschte sich mit Alexander Vlaskamp (rechts), Vorsitzender des Vorstands von MAN Truck & Bus, und Frederik Zohm (links), Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN, über die neueste E-LKW-Technologie aus und testete den MAN eTGX.
© MAN Truck & Bus

MAN: eTGX feiert Politik-Premiere

MAN Truck & Bus hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger am Standort München empfangen. Nach der Weltpremiere des eTGX auf der IAA Transportation 2026 stand ein wichtiges Thema auf der Agenda. Die Gesprächspartner berieten über die politischen Rahmenbedingungen für den flächendeckenden Markthochlauf batterieelektrischer Nutzfahrzeuge.

Die Industrie liefert praxistaugliche E-LKW

Die Serienproduktion elektrischer Lastkraftwagen läuft bei dem Münchner Traditionshersteller bereits seit über einem Jahr. Zudem belegen die Einsatzzahlen der Flotte, dass der Batterieantrieb die Serienreife endgültig erreicht hat. MAN-Elektrolaster haben im realen Kundeneinsatz europaweit schon mehr als 60 Millionen Kilometer absolviert.
Im Rahmen des Ministerbesuchs absolvierte Steffen Bilger eine Testfahrt mit der neuesten eTruck-Generation. Um den Umstieg für Transportunternehmen und Speditionen wirtschaftlich attraktiv zu gestalten, fordert die Führung von MAN jedoch praxistaugliche Rahmenbedingungen.

Dazu gehört laut CEO Alexander Vlaskamp vor allem die dauerhafte Zulassung von 44 Tonnen Gesamtgewicht für lokal emissionsfreie Fahrzeuge. Diese Regelung sollte analog zum kombinierten Verkehr umgesetzt werden.

Der Ausbau des Ladenetzes steht im Fokus

Als zentraler Flaschenhals für den schnellen Markthochlauf gilt weiterhin die Infrastruktur. Bundesverkehrsminister Bilger verwies in diesem Zusammenhang auf ein neues, milliardenschweres Förderprogramm der Bundesregierung. Dieses Programm sieht den Aufbau von rund 4.200 Ladepunkten an 350 Rastanlagen vor. Dadurch soll ein deutschlandweites LKW-Schnellladenetz entstehen.
Allerdings finden schätzungsweise 70 bis 80 Prozent der Ladevorgänge im Logistikalltag dezentral in den Depots der Speditionen statt. Deshalb müssen die Stromnetze jetzt gezielt an den Güterverkehr angepasst werden.

Der Hersteller plädiert zudem dafür, die zeitlichen Vorgaben der europäischen CO₂-Ziele für Nutzfahrzeuge eng an den tatsächlichen Fortschritt des Netzausbaus zu koppeln. Nur so lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Betriebe langfristig sichern.

Technische Kennzahlen der zweiten Generation

Der neue eTGX wartet mit deutlichen Optimierungen bei der Gesamteffizienz und der Ladeleistung auf. Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
• Höhere Reichweite: Das Modell erzielt Aktionsradien von bis zu 720 Kilometern ohne Zwischenladen. Eine 6×2-Sattelzugmaschine nutzt hierfür sieben Batteriepakete mit 644 kWh Gesamtkapazität.
• Schnellere Ladeleistung: Über das Megawatt-Charging-System (MCS) lädt das Fahrzeug mit bis zu 750 kW. Die Batterien lassen sich in rund 30 Minuten füllen. Das passt perfekt in die gesetzliche 45-minütige Lenkzeitpause.
• Starker Antrieb und Rekuperation: Die Antriebsleistung steigt auf bis zu 440 kW (598 PS). Gleichzeitig wurde die maximale Rekuperationsleistung auf 480 kW angehoben. Dadurch wird auf topografisch anspruchsvollen Routen signifikant Energie zurückgewonnen.
• Verbesserte Aerodynamik: Eine um 120 Millimeter nach vorne gezogene, strömungsoptimierte Fahrzeugfront verbessert den Luftwiderstand. Das steigert die Effizienz im Vergleich zum Vorgänger um drei Prozent. Zudem erhöht das neue Design die direkte Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer.

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