Die Experten der Transport- und Logistikbranche loben unter anderem, dass trotz des Doppelstocksystems eine Beladung des CTV FUTURO vom Heck und von der Seite ohne weiteres möglich ist.
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CTV: doppelte Ladefläche im Praxistest
Das Start-up CTV hat einen Schiebegardinenauflieger mit einem elektromechanischen Doppelstocksystem vorgestellt. Die Neuentwicklung soll die Nutzfläche bei ungleich hoher Ladung verdoppeln und die Abläufe für das Fahrpersonal vereinfachen.
Elektromechanik ersetzt manuelle Rüstzeit
Beim Transport von nicht stapelbaren Gütern bleibt in Standard-Trailern oft die obere Hälfte des Laderaums ungenutzt. Bestehende Doppelstock- oder Hubbodensysteme lösen dieses Problem zwar, bringen jedoch meist ein hohes Eigengewicht mit sich. Zudem schränken sie häufig die Flexibilität beim Beladen ein und bedeuten für das Fahrpersonal beim manuellen Aufbau eine hohe körperliche Belastung.
Das patentierte System im CTV FUTURO wird dagegen von einer Person per Fernbedienung gesteuert. Die einzelnen Ladefelder lassen sich innerhalb weniger Minuten elektromechanisch einstellen. Wenn der Doppelstock nicht benötigt wird, lassen sich die Komponenten direkt unter das Trailer-Dach anheben. Das Fahrzeug kann dann als gewöhnlicher Curtainsider genutzt werden. Das senkt die Rüstzeiten und reduziert das Verletzungsrisiko beim Umbau des Laderaums.
Seitliche Beladung bleibt möglich
Ein zentrales Merkmal des Fahrzeugkonzepts ist der Erhalt der klassischen Curtainsider-Eigenschaften. Im Gegensatz zu festen Kofferaufbauten erlaubt das System das Beladen sowohl vom Heck als auch von der Seite. Für den Transport von Langgut können die Seitenrungen wie gewohnt verschoben werden.
Das Eigengewicht des Aufliegers liegt bei rund 7.200 Kilogramm. Branchenvertreter und Speditionsnetzwerke wie der Ladungs-Verbund ELVIS sehen darin eine funktionale Verbesserung gegenüber früheren Systemen, da das niedrige Gewicht die Nutzlast kaum einschränkt. Das Konzept zielt vor allem auf Komplettladungen (Full Truck Load) von Massengütern auf Europaletten ab, lässt sich aber flexibel an wechselnde Ladungstypen anpassen.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Durch das Aufteilen der Ladefläche auf zwei Ebenen steigt die Kapazität unter idealen Bedingungen von 33 auf bis zu 66 Europaletten-Stellplätze. Im optimalen Szenario lässt sich die Transportleistung pro Kilometer so verdoppeln, was die Anzahl notwendiger Fahrten halbiert. Neben den betriebswirtschaftlichen Vorteilen führt eine höhere Auslastung zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und des CO2-Ausstoßes pro transportierter Einheit.
Wie sich das System im Logistikalltag bewährt, sollen anstehende Kundentests in den Speditionen zeigen. Branchenexperten schätzen den Amortisationszeitraum des Fahrzeugs unter geeigneten Einsatzbedingungen auf maximal drei Jahre. Der exakte Zeitraum hängt in der Praxis davon ab, wie konsequent Leerkilometer vermieden und zusätzliche Ladungspotenziale ausgeschöpft werden.