Strategische Neuausrichtung: Der Trailer-Hersteller Schmitz Cargobull passt seine Strukturen an den veränderten europäischen Markt an.
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Umstrukturierung bei Schmitz Cargobull
Schmitz Cargobull passt seine Organisation an die dauerhaft veränderten Bedingungen im europäischen Trailermarkt an. Ziel der umfassenden Neuaufstellung ist es, Entscheidungen künftig deutlich näher am Kunden zu treffen, regionale Strukturen gezielt zu stärken und neue Wachstumsfelder konsequent auszubauen.
Der europäische Markt für Trailer befindet sich im Wandel. Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe, gestiegene Löhne sowie regulatorische Anforderungen prägen das anspruchsvolle Marktumfeld der industriellen Produktion. Da sich auch im laufenden Geschäftsjahr keine nachhaltige Marktbelebung abzeichnet, zieht der Branchenführer nun Konsequenzen: Nachdem das Produktionsnetzwerk bereits angepasst wurde, folgt jetzt die strukturelle Neuausrichtung der indirekten Bereiche.
Mehr Kompetenzen und Verantwortung für europäische Regionen
Im Zentrum der neuen Strategie steht die Stärkung der Regionalität. Das Unternehmen überträgt seinen sechs europäischen Regionen spürbar mehr Kompetenzen und Verantwortung. In diesen Einheiten arbeiten die Bereiche Vertrieb, Werke und kundennahe Services künftig noch enger zusammen. Sie tragen fortan die operative sowie wirtschaftliche Geschäftsverantwortung für ihre jeweilige Region.
Durch diesen Schritt lassen sich regionale Anforderungen gezielter berücksichtigen und Entscheidungen schneller herbeiführen. Zudem verbessert sich die länderübergreifende Betreuung der Kunden.
Headquarter fokussiert sich auf strategische Aufgaben
Gleichzeitig vereinfacht Schmitz Cargobull seine internen Strukturen und passt die Kostenbasis an die aktuelle Marktentwicklung an. Für die Zentrale in Deutschland sowie die übergeordneten Funktionen der Lead-Werke bedeutet dies einen tiefgreifenden Wandel:
• Weg vom operativen Geschäft: Die täglichen operativen Entscheidungen verlagern sich in die Regionen.
• Hin zur strategischen Steuerung: Das Headquarter stellt sich schlank auf und konzentriert sich auf die strategische Weichenstellung für den Gesamtkonzern.
„Unsere Kunden sind europaweit tätig und richten ihr Geschäft zunehmend an regionalen Märkten und Anforderungen aus. Indem wir die operative Verantwortung in die Regionen geben, können wir nah am Kunden entscheiden und schneller auf die unterschiedlichen Anforderungen reagieren“, erklärt Andreas Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Schmitz Cargobull AG. „Gleichzeitig passen wir unsere Unternehmensstrukturen an das dauerhaft veränderte Marktumfeld an.“
Verschlankung im Vorstand und Stellenabbau bis 2030
Die organisatorische Neuaufstellung spiegelt sich auch an der Konzernspitze wider. Künftig werden die Aufgaben im Vorstandsbereich in vier statt wie bisher fünf Ressorts gebündelt.
Mit der Restrukturierung geht konzernweit ein geplanter Abbau von bis zu 500 Stellen bis zum Jahr 2030 einher. Diese Anpassungen konzentrieren sich primär auf die Zentralbereiche in Deutschland. Das Unternehmen betont jedoch, den Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen umsetzen zu wollen. In enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen sind freiwillige Lösungen, Altersteilzeitmodelle sowie vorzeitige Renteneintritte geplant.
Wachstumspotenziale im Fokus
Trotz des Sparkurses und der Konsolidierung will Schmitz Cargobull zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten erschließen. Dafür sollen bestehende, zukunftsfähige Geschäftsfelder gezielt gestärkt und weiter ausgebaut werden. Ein konkretes Beispiel hierfür ist der Bereich Governmental Sales (Behördengeschäft).
Dank eines umfassend erneuerten Produktportfolios und einer weiterhin starken Marktposition in Europa sieht sich der Trailer-Hersteller gut gerüstet, um auch in einem dauerhaft veränderten Marktumfeld stabil zu agieren.