Echter Profi für die Baubranche: der Dreiachs-Sattelkippauflieger mit Stahl-Halbrundmulde von Kempf (isolierte Ausführung)
© Fahrzeugbau Kempf GmbH
Heavy-Duty im Fokus
Beim Westerwälder Kipperspezialisten Kempf sind neben Serienaufbauten auch Sonderaufbauten mit individuell zugeschnittenen, robusten Lösungen getreu dem Unternehmensmotto „Fahrzeuge nach Maß“ erhältlich.
Dank der Erfahrung aus über 75 Jahren und des Know-Hows in der Entwicklung intelligenter Fahrzeugkonzepte für Steinbrüche und Baustellen hat sich Kempf zu einem der führenden Anbieter von Nutzfahrzeugen in Europa etabliert.
Robuste 4-Achs-Hinterkipper gehören im innerbetrieblichen Transport vieler Steinbrüche zur unverzichtbaren Standardausstattung. Enge Platzverhältnisse und hohe Belastungen machen speziell ausgelegte Fahrzeuge erforderlich.
Ein aussagekräftiges Beispiel für die hohe Expertise des Bad Marienberger Herstellers im Sonderfahrzeugbau ist das werksintern als KAM 60 Sri bezeichnete Modell auf einem Mercedes-Benz 8×4 Fahrgestell. Kempf stattete das Fahrzeug mit einer verstärkten Stahl-Rundmulde (15 mm Boden, 10 mm Wände) aus HB400 aus, die speziell für den Transport grober Gesteinsbrocken im Steinbruchbetrieb ausgelegt ist. Bei den Abmessungen von 6.250 × 2.200 × 1.800 mm ergibt sich ein Ladevolumen von 23,5 m³.
Konstruktive Besonderheiten des Sonderaufbaus sind die pendelnd und schräg aufgehängte Rückwand, die beim Kippvorgang automatisch über Stahlseile geöffnet wird sowie ein angepasster Hilfsrahmen aus hochfestem QSTE-690-Stahl. Ein Stabilisator sowie die 4-Punkt Lagerung des Kippzylinders erhöhen die Kippstabilität und Torsionssteifigkeit der gesamten Konstruktion. Auf Kundenwunsch wurde beim Referenzfahrzeug zudem ein vollflächiger Fahrerhausschutz realisiert.
Dieser Aufbau unterstreicht die Kompetenz von Kempf im Sonderfahrzeugbau und zeigt, wie individuelle Heavy-Duty-Lösungen gezielt auf die Anforderungen des innerbetrieblichen Steinbruch-Einsatzes zugeschnitten werden.
Technische Neuheiten
Die Palette der Fahrzeuge, die Kempf für harte Baustellen-Einsätze entwickelt, ist breitgefächert. Zu den Besonderheiten gehören u.a. Fahrzeuge wie etwa ein 3-Achs-Sattel-Kippauflieger mit Stahl-Halbrundenmulde in isolierter Ausführung, ein nach hinten kippbarer Mulden-Kippaufbau ebenfalls in isolierter Ausführung, ein Kippaufbau mit Tandem-Kippanhänger sowie ein 3-Achs-Sattel-Kippauflieger mit Stahl-Halbrundmulde in konischer Bauweise.
Eine technische Neuheit der Baustellenfahrzeuge ist beispielsweise der Wechsel beim Hardox® Stahl zu einer höheren Güte > Hardox® 500 Tuf. Die Vorteile für den Kunden sind weniger Verschleiß, eine höhere Nutzlast und eine verbesserte Leistung. Anstelle von 5 mm reicht eine Stärke von 4 mm Bodenblech und 3,2 mm bei den Seitenwänden aus. Dies ermöglicht eine Zunahme der Nutzlast je nach Version um bis zu 20 Prozent.
Außerdem bietet die Verwendung von Hardox® 500 Tuf für die Obergurte, dem Kunden eine höhere Nutzlast durch Reduzierung der Blechdicke bei gleichbleibender Stabilität.
Eine weitere „Spezialität des Hauses Kempf“ ist die konische Bauform – auch Mülltonnenprinzip genannt. Diese Mulde ist im hinteren Bereich 50 mm breiter als vorne, so dass dadurch ein deutlich verbessertes Abrutschverhalten entsteht und es einen reduzierten Verschleiß im Boden- und im Seitenwand-Bereich gibt. Vorteile für den Nutzer sind eine längere Lebenszeit sowie die Erhöhung der Kippsicherheit und der Wertbeständigkeit.
Hinzu kommen die mitschwingende Muldenkonstruktion und die Membran-Bauweise bei Kippfahrzeugen, die die Nutzlast und die Haltbarkeit durch ein leichteres, verwindungsfreieres Fahrgestell optimieren. Dadurch lassen sich Beladungsschäden deutlich reduzieren.
Autor: Dieter Göllner