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Truck & Trailer Welt

Sonne tanken auf der Autobahn: Fahrzeugstabile Solarmodule auf dem LKW-Dach senken den Dieselverbrauch im realen Praxisbetrieb um bis zu neun Prozent.
© ASOM

Solar-LKW: 6 Milliarden Liter Ersparnis

Eine flächendeckende Ausrüstung der europäischen LKW- und Aufliegerflotte mit Solarmodulen könnte Europas Energie-Abhängigkeit drastisch senken. Rund sechs Milliarden Liter Diesel ließen sich so pro Jahr einsparen. Das entspricht etwa 16 Millionen Litern am Tag oder knapp einem Zehntel der gesamten europäischen Dieseleinfuhren. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen EU-Projekt SolarMoves im Auftrag der Generaldirektion Mobilität und Verkehr (DG MOVE) hervor.

Soforthilfe für den bestehenden Fuhrpark

Die sogenannte fahrzeugintegrierte Photovoltaik (VIPV) produziert den Strom direkt auf der Fahrzeugoberfläche. Die Energie steht sofort dort bereit, wo die Verbraucher sie benötigen. Dadurch muss die Lichtmaschine des LKW weniger leisten. Zudem läuft der Motor im Alltag seltener im Leerlauf. Der Dieselverbrauch und die CO2-Emissionen sinken unmittelbar.

Ein großer Vorteil: Die ultraleichten und extrem robusten Solarmodule lassen sich problemlos auf bestehenden Aufliegern nachrüsten. Das hilft dem aktuellen Fahrzeugbestand schnell. Immerhin liegt das Durchschnittsalter europäischer LKW derzeit bei rund 14 Jahren. Auch bei zukünftigen E-LKW hilft die Technik. Dort schont der Solarstrom die Traktionsbatterie und entlastet das Stromnetz.

„Fahrzeugintegrierte PV ist längst keine Zukunftstechnologie mehr. Die Module überstehen 20 Jahre Straßeneinsatz. Ihre 4 bis 9 Prozent Einsparung erreichen sie im realen Betrieb, nicht im Labor“, erklärt Martin Heinrich, Vorsitzender der Alliance for Solar Mobility (ASOM).

Allianz fordert offizielle Anerkennung in VECTO

Bislang wird der an Bord erzeugte Solarstrom im EU-Simulationswerkzeug VECTO nicht berücksichtigt. VECTO ermittelt die offiziellen Verbrauchswerte für schwere Nutzfahrzeuge. Die Branchenallianz ASOM fordert die Europäische Kommission daher auf, die Solartechnik zügig in das System aufzunehmen.

Erst mit der Anerkennung in VECTO entsteht für Speditionen ein echter finanzieller Anreiz. Die Mitgliedstaaten könnten die Technologie dann an Maut-Vergünstigungen oder geringere Steuern koppeln.

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