Neue Testinfrastruktur: Die 85 Hektar große Anlage in Södertälje ist für die Erprobung von alternativen Antrieben und autonomen Systemen ausgelegt.
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Scania eröffnet neue Teststrecke
Scania hat ein neues Testgelände für Forschung und Entwicklung in Södertälje in Betrieb genommen. Die 85 Hektar große Anlage dient der Erprobung neuer Transportlösungen unter kontrollierten Bedingungen.
Fokus auf Elektrifizierung und Automatisierung
Die Veränderung der Transporttechnologien erfordert neue Validierungsmethoden. Mit einer Investition von rund 975 Millionen SEK stärkt das neue Areal die Forschungskapazitäten der TRATON GROUP. Auf dem Gelände sollen vor allem Systeme für die Elektrifizierung getestet werden. Auch das autonome Fahren sowie die Fahrzeugdynamik und Sicherheit stehen im Fokus.
Die Infrastruktur umfasst 13 Kilometer asphaltierte Strecken und 4 Kilometer Schotterstraßen. Bei der Inbetriebnahme am 19. Oktober verzichtete der Hersteller auf ein traditionelles Banddurchschneiden. Stattdessen befuhren verschiedene Fahrzeugtypen direkt die Strecke. Diese Fahrzeuge bildeten die Bandbreite der künftigen Testanwendungen ab.
„Die neue Teststrecke in Södertälje schafft hervorragende Voraussetzungen, um unsere Fahrzeuge unter realistischen Bedingungen intensiv zu erproben. Sie zeigt deutlich, welchen Stellenwert Entwicklung, Sicherheit und Qualität bei Scania haben“, erklärt René Seckler, Press Test & Brand Vehicle Manager bei Scania.
Technische Ausstattung der Teststrecken
Die Anlage ermöglicht Prüfungen, für die bislang externe Einrichtungen genutzt werden mussten. Für die Entwicklung von Sicherheitssystemen stehen drei bewässerbare Bremsbahnen bereit. Diese besitzen unterschiedliche Reibwerte aus Asphalt, Beton und Basaltplatten. Sie erlauben die Simulation von Bremsmanövern bei unterschiedlichen Haftungsverhältnissen auf den Fahrzeugseiten sowie bei Kurvenfahrten.
Zudem lassen sich Szenarien für Fahrerassistenzsysteme abbilden. Dazu gehören Notbremsassistenten, Spurunterstützungen und Totwinkelwarnungen. Für die Erprobung autonomer Fahrzeuge können Ingenieure komplexe Verkehrssituationen schrittweise aufbauen. Die Strecken wurden mit hoher Oberflächenebenheit und überhöhten Kurven konstruiert. Das sichert eine langfristige Wiederholbarkeit der Tests. Bei Steigungen von bis zu 22 Prozent ermöglicht das Oval dauerhafte Fahrten ohne Unterbrechung.
Berücksichtigung von Umweltkriterien beim Bau
Natur- und Artenschutzaspekte flossen in die Gestaltung des Geländes ein. Während der Bauphase wurde darauf geachtet, den Ressourcenverbrauch und die Belastung für die Umwelt zu reduzieren.
Durch den Einsatz von speziellem ECO-Asphalt ließen sich nach Unternehmensangaben rund 30.900 Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen. Auch der Verladetransport mit dem Biokraftstoff HVO100 trug dazu bei. Das Testgelände ergänzt die bestehenden Entwicklungskapazitäten des Konzerns. Es soll den Übergang von neuen Technologien zu serienreifen Transportlösungen unterstützen.